Montag, 17. September 2012

Schloss Lednice (Zámek Lednice)

Schloss nach der gelungenen Renovierung 9/2011

Das Schloss Lednice (auf Deutsch Eisgrub) liegt in der Tschechischen Republik, nahe der österreichischen Grenze und wurde im 13. Jahrhundert von den Liechtensteinern errichtet und blieb bis zur Enteignung 1945 im Besitz der Familie Liechtenstein. Die wehrhafte Festung wurde um 1570 in ein Renaissance-, von 1680 bis 1690 in ein Barockschloss umgebaut. Als Zubau für die fürstlichen Vergnügungen entstand die Winterreitschule (Marstallgebäude). Von den ursprünglichen Bauten blieb nur die Reithalle übrig. 1766 bis 1772 wurde die barocke Epoche von der Ära des Klassizismus überlagert. In den Jahren 1846 bis 1858 wurde das Schloss, nach dem damals modernen englischen (d.h. windsorischen) im Stil der Neugotik (Tudor-Gotik) und nach den Plänen der Architekten Peter Hubert Desvignes & Georg Wingelmüller und Johann Heidrich, zum heutigen Aussehen umgebaut und zählt zu einem der schönsten Bauten im Tudor-Stil in Europa. Der französische Garten und der ausgedehnte Landschaftspark mit romantischen Bauten ergänzen das Areal. Im Erdgeschoss des Schlosses finden sich zahlreiche Schnitzereien, besonders in der Bibliothek mit einer schönen Wendeltreppe, die aus einem Eichenstamm geschnitzt wurde. Das Schloss ist Teil der in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommenen Kulturlandschaft Lednice-Valtice.

Lednice liegt im südlichen Mähren, 12 km von Mikulov und etwa 50 km südlich von Brünn am rechten Ufer des Flusses Thaya. Mit seinem französischen Garten und einem weitläufigen englischen Park ist es nicht nur eine der romantischsten Sehenswürdigkeiten in der Tschechischen Republik, sondern auch in ganz Europa.
Die erste Erwähnung eines Dorfes mit dem Namen "Eisgrub" erfolgte bereits im Jahre 1222. Zu dieser Zeit lässt Freiherr Adamar Lipert eine gotische Festung bauen, um die Flussüberquerung zu bewachen. Hundert Jahre später kommt das Gebäude in den Besitz der Familie Liechtenstein und bleibt es bis 1945, als es verstaatlicht wurde. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg zum repräsentativen Schloss von Lichtenstein. Die Adelsfamilie, die von Karl von Lichtenstein und seinem Sohn Karl Eusebius geleitete wurde, war für Lednice und seine Umgebung ein großer Gewinn.

Das Schloss wurde im Jahre 2011 von außen vollständig restauriert, man erneuerte das ganze Dach und die Fassade bekam einen neuen Putz und Anstrich. Jetzt erstrahlt das Schloss wieder in seiner vollen Schönheit.

Das Schloss erstrahlt wieder im alten Glanz, nach seiner restaurierten Fassade 9/2011
Die Parkanlage entstand in dem der Fluss Thaya umgeleitet wurde. Es wurde ein großer Teich mit vielen Inseln geschaffen. Die Pflanzen des Gartens wurden durch Fürst Alois I. teilweise aus Amerika importiert. Der Schlossteich und benachbarte Wasserflächen dienen vielen Wasservögeln als Brut- und Rastplätze und stehen seit 1953 als nationales Naturreservat "Lednické rybníky" unter Naturschutz. Das Flussbett der Thaya verlief ursprünglich in der Mitte des Schlossparks. Aufgrund der zahlreichen Überschwemmungen ließ 1805 - 1811 Fürst Johann I. Josef nach einem Projekt von Bernhard Petri von 700 Arbeitern mit Schaufeln und Schubkarren ein gewaltiges Wasserbecken ausheben (30,1 ha). Das Erdmaterial wurde für 6 große und 10 kleinere Inseln sowie für einen Schutzwall zur umgeleiteten Thaya verwendet.
Im Parkareal verstreut wurden zahlreiche Gebäude wie das römische Aquädukt und die Grotte, zahlreiche Brücken zur Verbindung der Inseln, die Hansenburg, das Jagdschloss, usw. errichtet. 1802 engagierte Fürst Alois I. den Wiener Gärtner Josef van der Schot, den er zum Studium nach Amerika schickte, um ihn von dort mit geeigneten Gewächsen für den Eisgruber Schlosspark zu beliefern. Dieser holte dann eigens für den Park Pflanzen und Samen von Forstgehölzen. Auf diese Weise entstand eine der ältesten Sammlungen amerikanischer Bäume in Europa.


Der Springbrunnen im Schlossgarten wurde 2012 restauriert und strahlt wieder in seiner ganzen Schönheit.


Der Rosenteich und die benachbarten Wasserflächen dienen vielen Wasservögeln als Brut- und Rastplätze und stehen seit 1953 als nationales Naturreservat "Lednické rybníky" unter Naturschutz.

Diese pittoreske Treppe führt in den Rosenteich





Sogar Störche nisten im Schlosspark

St. Jakobskapelle
Die alte Kirche wurde abgerissen und durch die als Flügel vorspringende St. Jakobskapelle ersetzt. Als zweiten Flügel errichtete man einen Wohntrakt, dazwischen entstand ein neuer Innenhof.
Innenansicht der Kapelle
Die St. Jakobskapelle wurde dem Älteren Teil der geweihten Pfarrkirche somit dem Schlosskomplex hinzugefügt und dient nun zugleich auch als Schlosskappelle.

Kontakt-Adresse:
Farní úřad, Zámecké náměstí 72,
691 44 Lednice
tel.: +420 519 340 200
Gottesdienste: um 11:00 Uhr








Außenansicht der Kapelle nach der Restaurierung 9/2011










Kontakt-Adresse:
Zámek 1, 691 44 Lednice
tel.: +420 519 340 128
fax: +420 519 340 120
e-mail: lednice@brno.npu.cz
web: www.zamek-lednice.com


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Samstag, 22. Oktober 2011

Katzelsdorfer Jagdschlösschen - (Katzelsdorfský zámeček oder Salettl)

Das Katzelsdorfer Schlösschen (Katzelsdorfský zámeček oder Salettl), wurde während der Regierungszeit des Fürsten Johann I. von Lichtenstein in den Jahren 1805-1836 errichtet. Nach Plänen des Architekten Joseph Kornhäusel in den Jahren 1811-1817 vorbereitet, wurde das Gebäude von dem fürstlichen Baumeister Franz Engel 1819 abgeschlossen.

Seit seiner Existenz waren einige Reparaturen fällig. Die erste deutliche Korrektur erfolgte im Jahr 1843 - 1844. Viele Dachrinnen aus Zinn waren beschädigt, sodass Wasser in das Gebäude eindringen konnte. Auf der Rückseite befanden sich zwei Seitenflügel, in welchem ein Stall für Rinder-, und eine Wohnung für den Jäger untergebracht waren. Diese Räumlichkeiten wurden durch neue Tonziegel, anstelle der vorhandenen Schindeln ersetzt. Weitere Renovierungen fanden in den Jahren 1853 bis 1863 statt. Es waren nur kleinere Reparaturen notwendig, es mussten nur einige Dachziegel und Dachrinnen ersetzt werden. Die Reparaturen an dem gesamten Gebäude wurden unter Johann II von Lichtenstein, in den Jahren 1905 - 1907 durchgeführt.

Zuletzt wurde das Jagdschlösschen und Forsthaus in den Jahren 1945 - 1949 repariert. Es fand ein Austausch von Fenster, Türen, Böden, Dach-Reparaturen und Malerarbeiten statt.

Das Salettl liegt im Katzelsdorfer Wald, nahe der Grenze zu Österreich. Diese Lage war tödlich für das Schlösschen. Im Zusammenhang mit dem Bau der Grenzzone, Verschiebung der Grenzzone und dem Bau des "Eisernen Vorhangs" (1952 - 1953), wurde das Objekt (war bis zu diesem Zeitpunkt als Forsthaus eingesetzt) aufgegeben und in ein Lagerhaus und Heuboden umgewandelt. Seit 1953 verfiel das Schloss. Im Jahr 1956 brannte es nieder - die späten fünfziger und sechziger Jahre führten zu seiner Zerstörung. 27 Arbeiter wurden ab Juni 1957 mit der Zerstörung beauftragt. Seit 1963 existieren das Schlösschen und das Forsthaus nicht mehr. Durch diese Tat gehört das Katzelsdorfer Schlösschen zu den ausgelöschten Bauten im Lednice-Valtice Areal. Das Material wurde für Valticer Häuser, Garagen u.s.w. verwendet.



Heute haben nur noch einige Fotografien überlebt.

(Links zu Bilder)
katzelsdorfskyzamecek.webnode.cz/historie-zamecku/
Das Jagdschlössl (Salet, Salettl) und Försterhaus.pdf 
http://www.katzelsdorf.com/


Donnerstag, 20. Oktober 2011

Aquarium Malawi

Die Räumlichkeiten von "Aquarium Malawi" im Schloss in Lednice wurden früher als Reitstall genutzt, welche von dem österreichischen Barockbaumeister Johann Bernhard Fischer von Erlach (- 1723 1656) entwickelt wurden.

Die Eröffnung des Aquariums

Der Eröffnung dieser Ausstellung ist eine umfangreiche Rekonstruktion des barocken Teiles der ehemaligen Reitschule vorausgegangen. Für das stark verwüstete Gebäude war viel Aufwand und Geld erforderlich.
Ein Jahr nach Beginn der Umbauarbeiten wurde mit der Installation von "Aquarium Malawi" begonnen und Ende Mai 1993 konnte die Eröffnung stattfinden.

Über die Ausstellung

Das Engagement Aquarium hat eine Gesamtkapazität von 40 000 Liter Wasser auf einer Fläche von 360 m². In den Aquarien ist es möglich, fast alle Meer- und Süßwasserlebewesen aus Afrika, Südamerika und Indonesien zu erkunden.
Sie können die Fauna der größten afrikanischen Seen, Malawis, Tanganjikas aber auch südamerikanische Welse oder räuberische Piranhas beobachten.

Kontakt:

Malawi Aquarium
Zámek 2
691 44 Lednice
Tschechische Republik
Telefon: Tel: +420 608 809 622
E-Mail: info@akvariummalawi.cz
www.akvariummalawi.cz/

Eintritt:

Erwachsene: 60 CZK
Familie: 150 CZK
Kinder, Studenten: 30 CZK
Rentner: 30 CZK
Für Reisebüros und Gruppen können Mengenrabatte vereinbart werden.

Vom 1. Oktober 2011 ist das Aquarium Malawi auf unbestimmte Zeit wegen Bau eines neuen multikulturellen Zentrums geschlossen.
Stand: 14.06.2015

Dienstag, 18. Oktober 2011

Greifvögel

Zayferus - Flugvorführungen der Greifvögel im Schlosspark

Die Vorführung wird mindestens von drei Personen organisiert. Ein Mitarbeiter führt durch das Programm, der Zweite bringt den Greifvogel zurück, welcher schon geflogen ist und der Dritte bringt einen neuen Vogel für den Flug. Das ganze Programm verläuft reibungslos.


Dauer des Programms beträgt 1 Stunde und 15 Minuten.
Sie sehen 30 bis 50 Greifvögel    

Jeder kann die Eule am Bäuchlein streicheln
Die besten Schüler können ein Raubtier auf die Hand rufen


Öffnungszeiten:
Mai, Juni Sa  - So
1. Vorführung um 12,00 Uhr
2. Vorführung um 14:00 Uhr
Juli, August Di - So
1. Vorführung um 11:30 Uhr
2. Vorführung u 14.15 Uhr
3. Vorführung um 16:30 Uhr
September, Oktober Samstag - So
1. Vorführung um 12:00 Uhr
2. Vorführung um 14:00 Uhr
 
Eintritt:
Die Bezahlung erfolg erst nach der Vorstellung (so wissen die Besucher, wozu er beiträgt). Wenn Sie zur Veranstaltung später kommen oder früher verlassen, zahlen Sie weniger. Wenn Sie nicht mit dem Programm zufrieden sind - zahlen Sie nichts.
Seit 15 Jahren funktioniert dieses System - wenn der Betrachter in der erste halbe Stunde das Programm verlässt bezahlt er CZK 35, - pro Person. Wenn dem Zuschauer das Programm gefällt und bleibt bis zum Schluss bezahlt er CZK 70, -. Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei. Der Erlös wird verwendet, um Greifvögel zu schützen.

Die Ausstellung mit 70 Greifvögel ist von 8 bis 21 Uhr geöffnet. Die Besucher der Ausstellung werden von Führern, die Sie mit kompetenten Kommentaren, begleitet.


 Kontakt:Adresse:Schlosspark Lednice, Havlíčkova 429, 664 34 Kuřim

tel.:+420 608 100 440

e-mail:info@zayferus.cz

web:www.zayferus.cz

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Schlösschen Lany

Nördlich beim Zusammenfluss der Thaya und March befindet sich das Schlösschen von Lány,  ca 7 km südlich von Breclau (Břeclav) im Gehege Soutok, umgeben von Auwälder. Wunderschön erhaltene Auwälder kreuzen Kanäle, Altwasser und Bäche. Es wurde in den Jahren 1810-1812 nach dem Entwurf von Josef Hardtmuth als ein einstöckiges Empiregebäude in  rechteckiger Form errichtet. Es diente der fürstlichen Familie während der Jagd. Das Gebäude schmückt ein halbrunder Pavillon mit Pfeilern. Zurzeit ist die Villa in privater Hand, wird renoviert und ist leider für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Der Südmährische Auwald liegt unweit der tschechisch-österreichischen Grenze. In den sechziger Jahren wurde er umzäumt und Gehege Soutok genannt. Auf den 4 200 ha werden bis heute Hirsche und Damhirsche gezüchtet. Wegen der politischen Lage durfte man bis 1989 nicht hierherkommen. Heutzutage ist der schöne Wald voll von Wanderwegen.



 

Dienstag, 27. September 2011

Chinesischer Pavillon (Čínský Pavilón)

Der Chinesischer Pavillon ist ein von Joseph Hardtmuth im Lednicer Schlosspark 1795 errichtetes hölzernes, chinesisches Lusthaus, 1848 von Georg Wingelmüller renoviert. 1891 wurde er abgerissen und inzwischen (nicht origialgetreu) wieder aufgebaut. Der Pavillon steht auf der Roseninsel und somit nicht für Besucher der Parkanlage erreichbar.


Der Original Chinesischer Pavillon (Čínský Pavilón) ist in der folgenden PDF-Datei und Link zu sehen.
Das Jagdschlössl (Salet, Salettl) und Försterhaus.pdf 

Externe Links zu alten Fotos:
Original Chinesischer Pavillon
Čínský pavilon z roku 1795

Montag, 26. September 2011

Schlosspark-Plan



  1. Minarett
  2. Landungsplatz
  3. Höhle
  4. Tor
  5. Aquädukt
  6. Landungsplatz
  7. Alte Thaya
  8. Maurisches Wasserwerk
  9. Rosenteich
  10. Chinesischer Pavillon

Wasserwerk (Vodárna)

Das Gebäude wurde nach Plänen von Wingelmüller, im maurischen Stil umgebaut, diente teilweise als Dampfbad, war aber auch Teil des Bewässerungssystems des Parks. Man nannte es auch das "Maurenhaus". Die Turbine (eine der ältesten erhaltenen Einrichtungen dieser Art auf dem Gebiet in der Tschechischen Republik – heute im Technischen Museum Brünn) erzeugte Strom für das Schloss und einen Teil der Gemeinde. Die Pumpen bewässerten die Parkanlagen und versorgten zusätzlich noch andere Unternehmen mit Nutzwasser. Diesem Bau ging ein von Václav Josef gebautes Werk vorher. Da nach einiger Zeit aufwendige Reparaturen notwendig wurden, löste man das Schöpfwerk bald danach als unpraktisch auf. Das neue Projekt wurde im Jahre 1785 in Angriff genommen.



 

Neuhof (Nový dvůr)

Der Neuhof befindet sich ca. 3 km südlich von Lednice unweit vom Mittleren und Mühlenteich. Er liegt auf dem rotmarkierten Wanderweg zwischen Lednice und Valtice und dem Lednické rybníky (Lednicer Teiche)  der nur 500 m entfernt ist. Heutzutage dient das Objekt der Pferdezucht. Die Innenräume sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Das Gebäude steht auf dem Hügel, der von den Ufern der Lednicer Teiche aufsteigt. Der Neuhof stellt sich aus Ställe und Wohnräume zusammen. Auf dem empire Landgut ist die Kreisrotunde inmitten des Portals, drinnen gibt es ein schön gemalten Salon.

Früher wurden hier Schafe gezüchtet, doch nach dem Umbau, um den sich der kaiserliche Architekt Josef Körnhausel kümmerte, wurden Pferde und Kühe gezüchtet. 
Unter den Kommunisten erlebte das Gebäude vom Neuhof bittere Jahre. Das Objekt wurde zur Tierproduktion genutzt und der historische Wert der Sehenswürdigkeit wurde nicht beachtet. Nach der Wende dachte man über die Renovierung nach, es standen hier gleich drei Ideen zur Auswahl: ein Erholungszentrum, ein Landwirtschaftsmuseum bauen oder eine Zucht mit englischen Vollblutpferden mit Rennsportanlage gründen. Die letzte Idee setzte sich durch. Bis Heute sind leider die dringend erforderlichen Renovierungarbeiten nicht abgeschlossen. Es bleibt noch viel zu tun.
Der nahe gelegene Wald wird gerne zu einem Ausritt genutzt, denn Reitstrecken führen in alle Himmelsrichtungen.


 

Pohansko

Das Empire Schlösschen befindet sich südlich von Breclav und ist ein symetrisches Bauwerk mit ebenerdigen Arkadenflügeln und wurde in der Zeit zwischen 1810-1811 nach den Plänen von Josef Hardtmuth erbaut wurde. In dem mittleren Teil befindet sich der Risalit mit einem einstöckigem Aufbau. Unter dem Gesims der ebenerdigen Etage befinden sich kreisförmige Medaillons aus Stuck, auf denen Jagdszenen dargestellt werden. Nach dem zweiten Weltkrieg ging das Schlösschen in den Besitz des Staates über.

Die Großmährische Burgstätte aus dem 9.-11. Jahrhundert ist ein archäologisches Denkmalreservat. Hier wurden bedeutende Zeugnisse aus der Zeit der ersten slawischen Besiedlung gefunden. Bei archäologischen Forschungen entdeckte man das Fundament eines befestigten Hofes, einer Kirche, einer Begräbnisstätte und weiteren Bauten. Die Burgstätte wurde mit einer Mauer aus Stein, Holz und Erde geschützt. Den Graben ersetzte der Fluss Thaya und seine Arme.
Die archäologischen Funde werden heute in einer Ausstellung im Schloss Pohansko gezeigt. 

Alte Grenzanlage in Pohansko


 

Sonntag, 25. September 2011

Lednice-Valtice Areal

Das Lednice-Valtice Areal in Südmähren, dessen zwei Naturzentren die Schlösser Lednice-Valtice bilden, stellt einen alleinstehen, kulturhistorischen Komplex von europäischer Bedeutung dar, der sich seit dem Mittelalter entwickelte. Beide Residenzen waren ununterbrochen, beinahe siebenhundert Jahre lang, das Eigentum des Adelsgeschlechts der Lichtensteiner, und deswegen konnten sie gegenseitig durch einen umfangreichen landschaftsmalerischen Park verbunden werden, der im einheitlichen Kompositionsplan im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts geschaffen wurde.

Die Bestandteile des Areals bilden zahlreiche Barockalleen und Waldschneisen, ein System von Seen und Teichen, welches an das Wassersystem des Flussgebietes von Thaya und March angeknüpft sind, sowie eine große Zahl Plastiken und Bauten, vorwiegend romantischen Charakters:

Schlösschen Lany
Schlösschen Pohansko
Grenzschlösschen
Apollotempel
Tempel der Drei Grazien
Neuhof
Jagdschlösschen
Teichschlösschen
Minarett
Maurisches Wasserwerk
Schlösschen Belvedere
Obelisk
Johannesburg
Aquädukt mit Höhle
St. Hubertus Kapelle
Rendezvous
Kolonnade
Katzelsdorfer Jagdschlösschen
Schloss Belvedere 
sowie eine Reihe anderer Objekte.

Das Lednice-Valtice Areal wurde wegen seiner außerordentlichen Werte, durch das Ministerium für Kultur der Tschechischen Republik, am 10.09.1992 zur Denkmalzone erklärt und außerdem in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommenen.

Landkarte Lednice-Valtice-Areal

Übersicht mit allen Sehenswürdigkeiten



Obelisk

Der Obelisk wurde im Jahre 1798 anlässlich des Friedensabschlusses vom 17.11.1796 in Campo Formio zwischen Kaiser Napoleon und dem österreichischen Erzherzog Karl zu Erinnerung geplant und von Alois Joseph I. auf dem Wege von Lednice nach Přítluky erbaut. Das 23 Meter hohe Denkmal mit vergoldeter Spitze, wird im Volksmund auch „Ohrfeige" - "Facka" genannt: nach einer Legende gab hier der Fürst seiner Gattin eine Ohrfeige, da sie während nur einer Nacht das Gut Pálava beim Kartenspiel verloren hatte.


Kolonnade Reistna (Kolonáda Reistna)

Der Architekt Hardtmuth erbaute 1811-1817 auf dem langgestreckten Hügelrücken, er ist der höchste Punkt in der Umgebung, oberhalb von Valtice – den sogenannten Raistenberg. Im Auftrag des Fürsten Johannes I. Joseph einen monumentalen klassizistischen Bau als Denkmal für den Vater (Franz Joseph I.) und die Brüder (Philipp und Alois Joseph I.) des Fürsten. Der Entwurf wurde durch die Gloriette in Schönbrunn in Wien beeinflusst. Bemerkenswert ist die Galerie mit ihren kolossalen Dimensionen, die auf 24 korinthischen Säulen ruht. Von ihrer offenen Aussichtsterrasse aus, kann man das ganze Areal Lednice-Valtice überblicken und beim schönem Wetter bekommt man von dort einen Blick auf die drei Länder - Österreich, Mähren und die Slowakei. Der Bau wurde 1817 von Josef Kornhäusel vollendet. Die prachtvolle plastische Dekoration mit historisch- imperialer Thematik und Themen aus der antiken Mythologie stammt von Josef Klieber, der wahrscheinlich bis 1823 hier tätig war.






 
 

Schloss Belvedere

Nördlich von Valtice wurde in den Jahren 1802 - 1806 dieses kleine Schloss von Josef Hardtmuth erbaut. Das Empire-Schloss Belveder diente den Lichtensteiner als Ausflugs.- und Lustschloss mit einer herrlichen Aussicht in die Landschaft bis hin zu den Pollauer Bergen. Es hatte gleichzeitig einen Wirtschaftscharakter. In seinem Hof wurden in den Volieren Fasane und Zierpfaue gezüchtet.


Leider liegt das Schloss Belvedere zur Zeit im Dornröschenschlaf und wartet nur darauf, von einem Investor, wachgeküsst zu werden. Wie man schon an dem Foto erkennt, kommt man leider nicht näher an das Schloss heran.

 

Hubertus Kapelle (Svatý Hubert)

Der Architekt Poppelack baute das jüngste Gebäude auf dem Gelände nach Plänen von Georg Wingelmüller 1855 als neugotische Kapelle, die dem Schutzpatron der Jagd gewidmet ist. Die Statue des Heiligen Hubertus wurde aus weißem Sandstein gefertigt und ist das Werk Joseph Höglers. Hier wurden nach erfolgreicher Jagd Danksagungen abgehalten.


 

Samstag, 24. September 2011

Teichschlösschen (Rybniční zámeček)

Das Teichschlösschen befindet sich ca. 2 km südlich von Lednice am Nordufer des Mittleren Teiches (Prostřední rybník). Das einfache klassizistische Bauwerk wurde vom Architekten Kornhäusel 1816 oberhalb des Mittleren Teiches  erbaut. Die Fassade zeigt drei französische Fenster, der Balkon mit konischem Geländer bietet eine wunderbare Sicht auf den Teich.


Ursprünglich diente es dem Zusammentreffen von Jägern und Treibern bei der Vogeljagd oder beim Fischfang. 1826 wurde hier eine biologische Forschungsstätte gegründet und 1828 schenkte das Haus Liechtenstein das Schlösschen den Ornithologen und Hydrobiologen. Derzeit ist eine Ausstellung über Wasservögel untergebracht und eine Landwirtschaftshochschule. Das Objekt ist nur nach vorheriger Absprache zugänglich. Außerdem kann das Schlösschen für Übernachtungen gemietet werden. Auch für Hochzeiten wird das Objekt sehr gerne genutzt. In den Sommermonaten finden fast wöchentlich Trauungen statt.






Blick vom Teichschlösschen auf den Apollo Tempel.

Apollo Tempel (Apollónův chrám)

Der Apollo Tempel steht auf einer Anhöhe über dem Mühlenteich (Mlýnský rybník). Er ist ca. 3 km südöstlich von Lednice, in Richtung Breclav, entfernt. Der Empire Tempel wurde, wie die meisten anderen Bauwerke im Park, Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut.
Das Schlösschen ist nicht groß, aber wunderschön gelegen. Früher wohnte hier die Schoßwache. Es prunkt mit dorischen Säulen, hat eine Wendeltreppe und es fehlt auch nicht das klassizistische Treppengeländer. Von der Terrasse hat man eine herrliche Aussicht auf den Mühlenteich, das Teichschlösschen und den anderen Bauwerken im Schlosspark.
Der Apollo Tempel wurde kürzlich restauriert und ist wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.